Das geistliche Prag

Teilen

Das geistliche Antlitz des magischen Prags offenbart sich dem Besucher nach und nach. Über der Stadt erhebt sich die Kathedrale mit ihrem goldenen Mosaik des Jüngsten Gerichts. Die Ufer der Moldau sind durch die Karlsbrücke verbunden, geschmückt mit dreißig mystischen Statuen. Prager Heiligtümer strecken ihre Türme gen Himmel, und die steinernen Heiligen auf ihren Gesimsen führen lautlose Gespräche. Sobald sich der Besucher an die einzigartige Sprache der Stadt gewöhnt hat, beginnt Prag durch geheimnisvolle Zeichen, Symbole oder Muster im Steinpflaster zu ihm zu sprechen. Und in den dunklen Gassen können Lichtpfade erscheinen, die in andere Welten führen.

Quelle: Prague City Tourism

Das christliche Prag

Im Mittelalter wurde Prag als himmlisches Jerusalem erbaut – eine Stadt des Friedens und der Harmonie, die selbst im Angesicht des Chaos bestehen soll. Hier fügen sich Kirchen, Klöster, Stadtmauern, die Karlsbrücke und die Karlsuniversität zu einem durchdachten Ganzen, in dem Architektur, Glaube, Bildung und Macht eine untrennbare Einheit bilden. Die über die ganze Stadt verteilten Reliquien bilden die geistige Festung Prags. Und hinter dieser Ordnung stand Kaiser Karl IV., für uns Tschechen die bedeutendste Persönlichkeit unserer Geschichte. Vielleicht ist es gerade deshalb so leicht, sich in Prag zu verlieben – in eine Stadt, die der Welt selbst in Krisenzeiten Ordnung, Sinn und Hoffnung zu vermitteln scheint.

Die heilige Messe in Fremdsprachen

In den Kirchen Prags können Sie die Messe in verschiedenen Sprachen besuchen. Gottesdienste auf Englisch finden in der Kirche Maria vom Siege (kostel Panny Marie Vítězné) statt (die auch als Kirche des Prager Jesuleins bekannt ist). Im selben Gotteshaus erklingt die Messe auch auf Spanisch und Italienisch. In der St. Thomas-Kirche wird in spanischer, portugiesischer und philippinischer Sprache zelebriert. Italienisch ist außerdem in der Kirche zum Heiligen Kreuz zu hören. Wenn Sie die Messe auf Französisch erleben möchten, besuchen Sie die St.-Ägidius-Kirche (kostel sv. Jiljí). Dort finden Messen außerdem auch auf Polnisch und in lateinischer Sprache statt. Auf Deutsch stoßen Sie sodann in der Kirche St. Johannes Nepomuk am Felsen. Und in der St. Kliment-Kirche werden Gottesdienste in ukrainischer Sprache abgehalten.

Das jüdische Prag

Das jüdische Prag ist nicht nur eines der am besten erhaltenen jüdischen Viertel Europas. Vor allem aber ist es eine lebendige Gemeinde, die seit dem 10. Jahrhundert hier beheimatet ist und untrennbar mit der Seele der Stadt verbunden bleibt. Der alte jüdische Friedhof verströmt einen besonderen Zauber von Stille und Zeit. Hier ruht auch Rabbi Löw, der Schöpfer des Golems, dessen Überreste angeblich den Boden der Altneuen Synagoge bewachen. Nur wenige Schritte entfernt, unter den rückwärts laufenden Uhren, wuchs Franz Kafka auf – der Schriftsteller, der der Welt das tschechische Gespür für Absurdität vermittelte und die besondere Gabe besaß, schwere Zeiten mit Gelassenheit zu überstehen.

Mystische Orte und Prager Legenden

Prag fasziniert die Welt mit seiner unsichtbaren Seite. Sensible Menschen sprechen von starken Energiezentren und der Achse zwischen der Prager Burg und Vyšehrad, die die Stadt mit Frieden und Gänsehaut erfüllt. Künstler beschreiben Prag seit Generationen als die magische Metropole Europas – einen Ort, an dem die Grenze zwischen Realität und Legende ungewöhnlich dünn ist. Unter dem Pflaster erzählt man von unterirdischen Gängen, in den Türmen leben Legenden, und das Rudolfinische Prag erinnert bis heute an die Zeit der Alchemisten. Manche deuten den Namen Prag schließlich als Schwelle, als Übergang in eine andere Dimension.

Podcast: Prager Türme

Entdecken Sie die spirituelle Dimension Prags mit der Historikerin und Theologin Jitka Jonová.

erhalten Sie von uns regelmäßig Neuigkeiten und Tipps über das Geschehen in Prag

Die eingegebene E-Mail hat ein falsches Format.

*mit dem Absenden stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu

Smazat logy Zavřít