Unter der Herrschaft der Habsburger

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Am 1. April 2026 wird Prag für 24 Stunden in die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie zurückkehren. Wir erneuern Ordnung, Eleganz und den pflichtigen Walzerschritt auf dem Weg zu Behördengängen. Falls Sie dadurch so langsam werden, dass Sie es nicht schaffen, alle unsere Sehenswürdigkeiten zu sehen, müssen Sie nicht verzweifeln – die meisten davon sind eh in Stockholm oder Wien. Auch Mozart war Prag lieber als Wien. „Meine Wiener verstehen mich“ haben wir aus seinem Munde jedenfalls nie vernommen.

Das Beste aus der Zeit der Monarchie

Entdecken Sie eine Reihe neu eingeführter Traditionen. Und eine Reihe von Traditionen, die daherkommen, als ob sie nie vergangen wären.

Das Comeback des Fiakers, jetzt auf Langstrecke

Nach Jahren der Diskussion werden die Pferdekutschen von der Prager Obrigkeit nicht nur nicht verboten, sondern es wird die Dauer der Spazierfahrten noch verlängert. Der Zustieg ohne Zylinder und Backenbart ist eventuell zulässig, freilich erst nach individueller Beurteilung durch die Kommission für die Bewahrung öffentlicher Würde.

Die Straßenbahn Nr. 42 – unsere offizielle k.u.k.-Linie

Die Linie Nr. 42 ist zur k.u.k. (kaiserlichen und königlichen) Linie erhoben worden. Das Intervall beträgt 30 Minuten. Genau so lange dauert es, von einem Ende Prags zum anderen zu gelangen.

 

Der alte Prochazka auf der Brücke

Auf unserem kommentierten Rundgang erkunden Sie Prag auf den Spuren Franz Josephs I. und der berühmtesten Titelzeile betreffend den Kaiser, die für die Tschechen ein Eigenleben erlangte (weil das Wort für Spaziergang, procházka, zugleich ein gängiger Nachname ist, der am Kaiser hängen blieb und aus ihm eine Allerweltsfigur machte – den alten Prochazka). Der Rundgang ist insbesondere für Senioren über 70 Jahre geeignet (wofür sich der Kaiser selbst verbürgt), sowie für die Liebhaber von Amtsstempeln und für all diejenigen, die das Gefühl haben, früher habe alles noch seine Ordnung gehabt. Treffpunkt ist die Franz-I.-Brücke, die bis gestern noch Brücke der Legionen hieß.

 

© ČTK
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Ausstellung des Prager Kaiserschatzes

Besuchen Sie die Ausstellung der kaiserlichen Kleinodien auf der Prager Burg. Keine Sorge, das nimmt nicht viel Zeit in Anspruch – das meiste unseres Schatzes ist sowieso im Ausland. Das größte Buch der Welt, die Teufelsbibel, können Sie in Stockholm sehen https://www.nationalmuseum.se/en/; in Wien https://www.kaiserliche-schatzkammer.at/. empfehlen wir sodann, wenigstens eine oberflächliche Inventur der Anzahl an Exponaten aufzunehmen, die aus Prag stammen.

Ein kaiserliches Menü

Seien Sie herzlich eingeladen in die Restaurants und Kaffeehäuser Prags, wo Wiener Klassiker auf Sie warten. Unsere Empfehlung: Powidltatschkerln, Kolatschen und Buchteln. Tja, woher dachten Sie denn, dass diese Speisen nach Wien gelangt sind? Genau, durch tschechische Köchinnen, denen samt und sonders Magdalena Dobromila Rettigová Patin stand! Für junge Wiener haben wir im Rahmen der Fortbildung aus Privatinteresse einen Kurs eingerichtet: “k.u.k.-Umschulung: Die Geschichte Wiens für Fortgeschrittene”. In Wien empfehlen wir zusätzlich zur bereits erwähnten Inventur des Kaiserschatzes auch eine Durchsicht all derjenigen Posten auf den Speisekarten, die verdächtig tschechisch klingen.

Wie Sie aus Wien und Budapest zu uns gelangen

Auf den Hauptverkehrsachsen des Kaiserreichs haben wir zusätzliche Verbindungen eingerichtet. Für Reisende aus Wien ist zwecks Förderung der Gesundheit und der Disziplin eine pflichtige Walzerpause mit mindestens 12 Takten Dauer vorgesehen. Es folgt der direkte Transfer nach Prag im Korridorzug ohne Zollkontrolle – Bart und Zylinder werden aber inspiziert. Damen werden gehalten, Perlenschmuck zu tragen und die vorgeschriebene Rocklänge bis zum Knöchel zu respektieren. Die etwas längere Anfahrt aus Budapest gestalten wir in allen Zügen angenehmer, indem Tokajer Weine gereicht werden.

Der 1. April wird in Prag und in der Tschechischen Republik insgesamt hochgehalten, als Tag der gepflegten Übertreibung, diverser Späße und kleiner Irreführungen. Für die Tschechen ein Ventil, um nicht verrückt zu werden. Humor, und insbesondere dann der absurde Humor, ist in unserem Erbmaterial genauso tief verankert wie unsere enge Beziehung zum geliebten Wien. Schauen Sie doch einfach einmal vorbei, um sich selbst davon zu überzeugen.

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