Zittauer Jakobsweg

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Der Prager Teil des Zittauer Jakobswegs führt die Pilger durch vielfältigste Stadtteile, wo sich historische Denkmäler mit sakralen Stätten und ruhigen Naturabschnitte entlang der Flussufer abwechseln. Entlang der Strecke knüpft er ein Band zwischen alten Kirchen, Kapellen, Stadtparks und modernen Vierteln, bevor er das historische Zentrum Prags erreicht, von wo aus er zu weiteren europäischen Wallfahrtsorten führt.

Die Prager Etappe des Zittauer Jakobswegs beginnt in Prosek bei der St.-Wenzels-Kirche, wo der Pilger die Hauptstadt betritt. Die Route führt durch Kbely, die Mladoboleslavská- und Čakovická-Straße in dieses Viertel, wo sich der erste und zugleich am besten erhaltene Bildstock des Pilgerwegs Via Sancta befindet – ein Barockdenkmal, das an den historischen Pilgerweg von Prag nach Stará Boleslav / Altbunzlau erinnert. Im alten Prosek steht die romanische St.-Wenzels-Kirche, die bereits im 12. Jahrhundert angelegt wurde. Die umliegende Landschaft war einst Weinanbaugebiet, woran heute eine Weinbergsäule erinnert, an welcher der Pilgerweg die Richtung ändert, durch den Park hinunter um den Prosek-Teich herum und an den Gehöften Jetelka und Kelerka vorbei, bis zum Bahnhof Vysočany. Dort unterquert er die Gleise des modernisierten Bahnhofs Vysočany und führt in den Park Podviní – eine grüne Oase mit Erholungszone, durch die der Bach Rokytka fließt. Der Pilgerweg folgt der Rokytka einem Radweg entlang bis zu ihrer Mündung in die Moldau. In Libeň führt er an einem alten Bildstock vorbei, der von den Einheimischen vor dem Abriss im Zuge der neuzeitlichen Bauerschließung bewahrt wurde. Libeň ist ein Ort mit Geschichte, der bereits 1363 erstmals erwähnt wurde, und auf den Pilger warten hier mehrere sehenswerte Stationen: die schöne Jugendstil-Sokol-Halle Libeňská sokolovna, die Jugendstil-Holzkirche St. Adalbert und das Schloss Libeňský zámek, das aus drei Stilschichten besteht – Renaissance, Barock und Rokoko.

Die St.-Wenzel-Kirche in Prosek | Autor des Titelfotos: VitVit | Quelle: cs.wikipedia.org

Unweit davon, auf dem Grundstück einer Grundschule, die den Namen des Schriftstellers Bohumil Hrabal trägt, befindet sich das Denkmal „Mädchen mit Fahrrad“ – eine stille, bewegende Erinnerung an den Mut von Jindřiška Nováková, der jüngsten in Mauthausen hingerichteten Frau, deren Schicksal auf tragische Weise mit dem Attentat auf Reinhard Heydrich verbunden ist.

Nachdem wir hier eine Weile innegehalten haben, bringt uns der Weg zum Elsnicovo náměstí auf der Libeň-Insel zurück, führt durch die Neubausiedlungen DOCK und DOCK Marina unter der Libeň-Brücke zum Fluss über die Rohan-Insel, sodann um die Štvanice-Insel herum und schließlich zur Štefánik-Brücke.

Kloster der Heiligen Agnes von Böhmen | Quelle: Prague City Tourism
Kloster der Heiligen Agnes von Böhmen | Quelle: Prague City Tourism

Hier lässt die Route den Fluss hinter sich, überquert die Revoluční-Straße und führt in das historische Herz Prags – in das Řásnovka-Viertel, wo sich das Kloster der Heiligen Agnes von Böhmen befindet.
Dieses Kloster gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des mittelalterlichen Prag. Es wurde bereits vor 1234 von König Wenzel I. für die Klarissen auf Anregung seiner Schwester, der später heiliggesprochenen Agnes von Böhmen, gegründet.

Ausgehend vom St.-Agnes-Kloster führt die Route weiter über den Haštalské náměstí, die Rybná- und die Jakubská-Straße zur Basilika des Hl. Jakob (Jakobus der Ältere) in der Prager Altstadt. Diese Klosterbasilika wurde 1232 gegründet. Ihr heutiges barockes Aussehen mit reichhaltigen Stuckverzierungen datiert auf die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert. Zur Basilika gehört u.a. ein öffentlich zugängliches Minoritenkloster, das gotische Elemente bewahrt hat und an die Zeit erinnert, als hier bedeutende Ereignisse stattfanden – beispielsweise die Hochzeitsfeier von König Johann von Luxemburg mit Beatrix von Bourbon im Jahr 1337.

Die Basilika des Hl. Jakob ist zugleich der Prager Endpunkt des Zittauer Jakobswegs und ein wichtiger Punkt im Pilgernetz, das weiter nach Westen führt – zu den Pilgerstätten in Westböhmen und weiter bis zur Kathedrale in Santiago de Compostela.

Basilika St. Jakobus der Ältere

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Nationalgalerie Prag — Kloster der Hl. Agnes von Böhmen

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Štvanice

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Schloss Libeň

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Ein alternativer Weg: die Troja-Variante

Pilgern, die ausreichend Zeit haben und weitere malerische Abschnitte Prags kennenlernen möchten, eröffnet sich die Möglichkeit, einen Umweg über das Viertel Troja zu machen. Nach dem Zusammenfluss von Rokytka und Moldau folgen Sie einfach dem rechten Ufer, wo der Weg durch eine ruhige Landschaft entlang des Schiffkanals führt. Die Dominante dieses Abschnitts ist das frühbarocke Schloss Troja, das zwischen 1679 und 1685 von Graf Adalbert Sternberg erbaut wurde. Der Architekt Jean Baptiste Mathey entwarf hier eine Sommerresidenz, die bis heute durch ihre malerische Ausstattung und Gartenarchitektur besticht.

Bildunterschrift 
Schloss Troja | Quelle: Bezirksamt Prag-Troja
Bildunterschrift Schloss Troja | Quelle: Bezirksamt Prag-Troja

Nach der Besichtigung des Schlosses überqueren wir die Moldau über die Troja-Brücke oder die Fußbrücke zur Troja-Insel und betreten den Königlichen Wildpark Stromovka, dessen Ursprünge bis in die Regierungszeit von Johann von Luxemburg zurückreichen. Auf einem Hügel oberhalb des Parks thront das Lustschluss des Statthalters (also des obersten Burggrafen), ursprünglich ein Jagdschloss aus der Zeit Vladislavs II. von Böhmen und Ungarn (Ladislaus Jagiello). Die Stromovka dient heute als weitläufiger Erholungspark, ideal, um auf der Pilgerreise Kräfte zu schöpfen. 

Wir durchqueren den Park bis zur Letná (einer Anhöhe über der Moldau nördlich der Altstadt), wo wir über die Čechova-Straße die Milada-Horáková-Straße erreichen, die wir überqueren und über die Nad-Štolou-Straße zum Letná-Plateau (letenská pláň) gelangen. Hier kommen wir am Nationalen Technischen Museum und am Nationalen Landwirtschaftsmuseum vorbei, und beim Letná-Schlösschen eröffnet sich uns ein ikonischer Blick auf das historische Zentrum von Prag.

Von der Letná-Anhöhe steigen wir sodann hinunter und überqueren die Moldau über die Štefánik-Brücke. Von dort aus geht es weiter über das Kloster der Heiligen Agnes von Böhmen, die Franziskus-Straße und das gleichnamige kleine Viertel (Na Františku), die Řásnovka, den Haštalské náměstí, die Rybná-Straße und die Jakubská-Straße zur Basilika des Hl. Jakob in der Altstadt, wo der Zittauer Jakobsweg endet und die Jakobswege Všeruby und Železná beginnen.

www.ultreia.cz/zitavska-trasa

Die St.-Wenzel-Kirche in Prosek | Autor des Abschnittstitelfotos: VitVit | Quelle: cs.wikipedia.org

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