Die Osterwoche beginnt mit dem blauen Montag – sein Name stammt von der Farbe des Materials, das an diesem Tag bei der Liturgie verwendet wurde. Der zweite Tag der Woche ist der graue Dienstag. An diesem Tag wurden üblicherweise die Haushalte geputzt. Am hässlichen Mittwoch wurden die Kamine gereinigt und die Leute durften an diesem Tag keine finstere Miene machen, damit sie nicht das ganze Jahr hindurch hässlich blieben. Am Gründonnerstag aßen die Leute„grüne Speisen“ — Spinat, Brennnesseln, Kohl, Kraut, damit sie das ganze Jahr hindurch gesund blieben. Spezielles Gebäck aus Germteig – Jidášky – wurde gebacken. Von diesem Tag an klingeln drei Tage lang keine Kirchenglocken und stattdessen erklingt um 6:00, 12:00 und 18:00 das Geräusch der Rasseln und Ratschen. Der Karfreitag war der Tag des großen Verzichts. Noch vor der Dämmerung begaben sich die Leute an diesem Tag auf zum Fluss oder Bach zum Waschen, und zwar, um nicht zu erkranken. Sie glaubten auch, dass sich an diesem Tag die Erde öffnet, um seine Schätze freizugeben. Daher durfte nicht gepflügt oder sonst etwas mit der Erde gemacht werden. Am Weißen Samstag (Karsamstag) wurde in den Dörfern eine Feuerstätte gestaltet um die „Verbrennung von Judas“ zu symbolisieren. In einigen Regionen wurde sie von den Frauen übersprungen, um ihrer Familie eine reiche Ernte zu sichern. Ein signifikanter Teil dieses Tages wurde der Vorbereitung auf den nächsten Tag und der Teilnahme an der Osternacht gewidmet. Der nächste Tag, der Ostersonntag, ist der Tag des Feierns und das Ende der Fastenzeit. Am Tisch finden sich Osterspeisen — Osterlamm, Osterlaib, Eier, Aufläufe, mancherorts auch Tauben. Der Ostermontag ist in Tschechien vor allem mit der Osterrute verbunden, wo die Männer die Frauen schlagen, damit sie gesund bleiben, und mit Wasser übergießen, damit sie nicht krank werden. Die Frauen bedanken sich mit Eiern als Versprechen der Zukunft und des versteckten Lebens.