Übersicht Über den Ort Im Großpriorpalast residiert der höchste tschechische Vertreter des Souveränen Ritterordens des Heiligen Johannes von Jerusalem von Rhodos und Malta, auch als Johanniter oder Malteserritter bekannt. In den mehr als 800 Jahren seines Bestehens hat der Palast alle wichtigen Stilrichtungen erlebt. An der Umfassungsmauer des Großpriorpalasts steht die älteste und größte Platane Prags — Beethovens Platane. Der Legende nach pflegte der Komponist während seines Besuchs in Prag im Jahr 1796 darunter zu sitzen. Die repräsentativen Räumlichkeiten, in denen unter anderem Miloš Forman seinen Film Amadeus drehte, sowie der Garten hinter der Lennon-Mauer können für verschiedene Veranstaltungen gemietet werden, von Konferenzen, Empfängen und Konzerten bis hin zu Hochzeitsfeiern. Geschichte Gemeinsam mit der benachbarten Kirche der Jungfrau Maria, genannt „unter der Kette am Ende der Brücke“, wurde der Palast nach der Rückkehr der tschechischen Ritter vom zweiten Kreuzzug rund um das Jahr 1180 als Festungshof gegründet. Er bereitete die tschechischen Ritter auf den Schutz des Christentums vor dem Islam und auf die Befreiung des Heiligen Landes vor. Gleichzeitig diente er als Spital, um zur Erfüllung der zweiten Ordensmission beizutragen, die auf wohltätiger Tätigkeit und der Pflege von Verletzten und Kranken beruhte. In mehr als 800 Jahren seiner Existenz wechselte die Ansicht des Palastes alle wichtigen Baustile ab. Der Bau wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Baustil begonnen, in der Gotik nach dem Jahre 1420 und nochmals nach dem Jahre 1530 erweitert. Einen gründlichen Umbau unterzog sich der Palast nach dem Jahre 1610 im Renaissance-Stil und am Schluss noch im Barockstil nach dem Jahre 1725. Im repräsentativen Teil befinden sich das „piano nobile“ mit den Kemenaten des Großpriors und der Hauptrittersaal, wo die Malteserritter tagten. In allen Räumen hängen kostbare Bilder, hauptsächlich tschechischer, deutscher und italienischer Barockmeister. Das tschechische Priorat ist das älteste Johanniter-Priorat überhaupt. Ebenso wie in seiner 800-jährigen Geschichte sitzt auch heute hier der tschechische Großprior des Malteserorderns mit seiner Verwaltung.