Über die Hungermauer

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In einem Jahr während der Herrschaft von Karl IV. herrschte eine schwere Dürre, die zu Ernteausfällen und großer Lebensmittelknappheit führte. Besonders in den Städten stiegen die Preise für Mehl und Brot so stark an, dass sich viele Arme diese nicht mehr leisten konnten. Um ihre Familien vor dem Verhungern zu bewahren, begannen manche zu stehlen und zu rauben. Schon bald waren die Prager Kerker überfüllt.

Als Kaiser Karl IV. davon erfuhr, ließ er die Armen auf die Prager Burg rufen, wo Suppenkessel und Brotöfen für sie vorbereitet waren. Dann trat er vor sie und sprach:„Meine Beamten werden euch an einen Ort bringen, wo ihr Arbeit finden werdet. Ich werde euch keinen Lohn zahlen, doch ihr werdet Kleidung und Nahrung für euch und eure Familien erhalten.“

Über die Hungermauer | Quelle: cs.wikipedia.org/wiki/Hladová_zeď

Königliche Beamte führten die Menschen auf den Petřín-Hügel und zeigten ihnen den Ort, an dem mit dem Bau einer neuen Stadtbefestigung begonnen werden sollte.
Diese sollte sich von Strahov entlang der Hänge des Petřín bis hinunter zur Moldau erstrecken. Die lange, mächtige Mauer, die noch heute steht, wurde über zwei Jahre hinweg errichtet und sicherte Dutzenden armer Familien ihren Lebensunterhalt. Schon damals nannte man sie „Hungermauer“ – nach den gezackten Zinnen, die an die Zähne der Armen erinnerten, die dank des weisen Kaisers endlich wieder etwas zu beißen hatten.

Nach dem Buch von Alena Ježková: 77 Prager Legenden.

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