Die Juden gehorchten und machten sich sofort an die Arbeit. Sie gruben den Hügel von oben nach unten aus und trugen die Erde bis zum Fuß. Als sie die Spitze freigelegt hatten, stießen sie auf das Dach eines Vorgängerbaus. Dies gab ihnen neue Kraft, und innerhalb weniger Tage legten sie die gesamte Altneu-Synagoge in der Form frei, in der sie bis heute erhalten ist. Man sagt, sie seien so glücklich gewesen, dass sie nicht weitergraben wollten, weshalb die Synagoge teilweise unter der Erde liegt. Auch ihr Name wird oft mit dieser Geschichte erklärt – alt und doch neu. Einer anderen Legende zufolge wurde die Altneu-Synagoge von Engeln aus ihrer ursprünglichen Heimat Palästina zu den Prager Juden gebracht. Die Engel befahlen jedoch strengstens, dass an ihrem Aussehen nichts verändert werden dürfe. Jedes Mal, wenn die Juden versuchten, das Gebäude zu verändern, geschah etwas Schlimmes, das sie von ihren Plänen abhielt. So sind das Äußere und Innere der Synagoge über Jahrhunderte unverändert geblieben. Nach dem Buch von Alena Ježková: 77 Prager Legenden.