Über Bruncvík

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Dreißig Heiligenstatuen wurden erst Mitte des 18. Jahrhunderts auf der Karlsbrücke aufgestellt. Die Skulpturen entstanden auf Initiative von Adligen, kirchlichen Institutionen, der Prager Stadtverwaltung sowie Universitäten. Zu ihren Schöpfern zählten bedeutende Künstler ihrer Zeit, darunter Matyáš Braun und Jan Brokoff mit seinen Söhnen. Seit Jahrhunderten stellen die Prager Besuchern gern eine scheinbar einfache Frage:„Wie viele Statuen stehen auf der Karlsbrücke?“Die Antwort ist knifflig – meist spricht man von dreißig Figuren, doch streng genommen sind es einunddreißig. Als „einunddreißigste“ Figur gilt die Statue des Ritters Bruncvík mit dem goldenen Schwert, die auf einem Brückenpfeiler zur Seite der Kampa steht.

Solche Ritterfiguren wurden in vielen europäischen Städten errichtet und oft mit der Figur des Roland verbunden – einem Helden mittelalterlicher Ritterlegenden, der als Symbol städtischer Freiheit und Gerichtsbarkeit galt. Zu seinen Füßen kauert ein Löwe – und von hier führt die Legende direkt zur Geschichte, wie der mutige Fürst Bruncvík den Löwen als Wappentier Böhmens erlangte.

Bruncvík | Quelle: Prague City Tourism
Bruncvík | Quelle: Prague City Tourism

Der Sage nach herrschte einst in Böhmen Fürst Štilfríd, dessen Wappen ein einfacher Eisenkessel zierte. Er sehnte sich nach einem edleren Zeichen, zog in die Welt hinaus und erhielt durch Tapferkeit im Dienst eines fremden Königs ein neues Wappen – einen schwarzen Adler auf goldenem Grund. Sein Sohn Bruncvík, der nach seinem Tod die Herrschaft übernahm, wollte ein noch würdigeres Symbol. Er brach zu einer weiten Reise auf, durchquerte ferne Länder und sah schließlich in wilden Felsen einen siebenköpfigen Drachen, der mit einem Löwen rang. Als der Löwe zu unterliegen drohte, eilte Bruncvík ihm zu Hilfe und tötete das Ungeheuer. Der gerettete Löwe blieb fortan an seiner Seite. Im Königreich König Olibrios erlangte Bruncvík ein Wunderschwert, mit dem er all seine Feinde besiegte. Rief er:„Köpfe nieder!“, so sollen die Häupter seiner Feinde augenblicklich zu Boden gefallen sein. Mit dem Löwen und dem Wunderschwert kehrte er schließlich nach Prag zurück und machte den silbernen Löwen auf rotem Grund zum Wappen des böhmischen Landes.

Der Legende nach ist Bruncvíks Schwert bis heute in einem der Pfeiler der Karlsbrücke verborgen. Wenn Böhmen einst in größter Gefahr sein sollte, werden die Ritter, die im Berg Blaník schlafen, erwachen und ausreiten, um dem Land zu helfen. An ihrer Spitze reitet der heilige Wenzel auf einem weißen Pferd.
Wenn sein Heer die Karlsbrücke überquert, soll das Pferd stolpern – und in diesem Augenblick springt das wundersame Schwert aus dem Stein direkt in seine Hand. Dann wird das Heer des Blaník den Feind besiegen, und Böhmen wird wieder in Frieden leben.

 

Nach dem Buch von Alena Ježková: 77 Prager Legenden.

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